Rückschau: Bushäuschen für einen Tag

Bürgerinnen und Bürger diskutierten an der Bushaltestelle Mosselde mit Bezirksvertretern und der DSW21 über fehlenden Wetterschutz und Sitzgelegenheiten an den Bushaltestellen im Stadtteil und sammelten Ideen zur Verbesserung. Nachbarschaftlicher Zusammenhalt und Selbsthilfe standen dabei hoch im Kurs.

Wer an einem regnerischen Tag schon mal mit dem Bus in Westerfilde-Bodelschwingh unterwegs war, kennt die Situation: An zahlreichen Bushaltestellen im Quartier gibt es keinen ausreichenden Wetterschutz und keine Sitzgelegenheiten.

Am Donnerstag, 15. November hatte das Projekt DoNaPart (Dortmund. Nachhaltigkeit. Partizipation.) daher zu einem Aktionstag aufgerufen. Unter dem Motto ‚Bushäuschen für einen Tag‘ standen an der Bushaltestelle Mosselde (Westerfilder Str. 19) zwischen 12:00 und 18:00 Uhr ein symbolisches Bushäuschen und eine grüne Sitzbank und luden ein zum Austausch und zur Ideensuche. Mit der Aktion sollten Wege aufzeigt werden, wie sich die Bewohnerinnen und Bewohner selbst dafür einsetzen können, die Aufenthaltsqualität an Bushaltestellen zu steigern (siehe Plakate im Anhang).

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen Fraktionen der Ortspolitik, Mitglieder des Seniorenbeirats und auch der Bezirksbürgermeister folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit mit den Nutzerinnen und Nutzern des Nahverkehrs ins Gespräch zu kommen. Auch ein Vertreter der DSW21 war anwesend und stellte dar, auf welche Weise sich die Verkehrsbetriebe für eine gute Ausstattung der Bushaltestellen einsetzen und warum aus baulichen oder finanziellen Gründen an manchen Orten die Errichtung eines Bushäuschens nicht möglich ist.

Geht nicht gibt’s nicht. Wenn der übliche Weg nicht möglich ist, muss gemeinsam nach Alternativen gesucht werden. Dies ist der Standpunkt der ebenfalls anwesenden Ute Pahl. Die Seniorin setzt sich bereits seit längerer Zeit mit Nachdruck für einen Unterstand an der Haltestelle Boschkamp ein und kann erste Erfolge verbuchen. Bei einer Unterschriftenaktion in der Nachbarschaft sammelte sie über 100 Unterschriften und brachte das Thema in die Bezirksvertretung. In einem nächsten Schritt möchte sie noch einmal das Gespräch mit den Eigentümern der anliegenden Grundstücke suchen, deren Zustimmung bei der Errichtung eines Unterstands notwendig ist.

Dass sie nicht alleine ist mit ihrem Standpunkt zeigte eine Befragung der vorbeikommenden Fahrgäste am Aktionstag. 89 der 94 Befragten antworteten auf die Frage „Sind sie zufrieden mit der Ausstattung der Bushaltestellen in Westerfilde-Bodelschwingh?“ mit „Nein, es muss sich etwas ändern.“.

Maximilian Schmies vom Projekt DoNaPart zieht eine positive Bilanz: „In vielen Gesprächen zeigte sich, dass die fehlenden Bushäuschen ein Thema sind, was die Menschen im Stadtteil bewegt. Gleichzeitig wurde klar, dass Verkehrsbetriebe und Ortspolitik gewillt sind etwas zu verändern, ihnen an manchen Stellen aber die Hände gebunden sind.“

Um Bewegung in die Sache zu bringen, könnte nachbarschaftlicher Zusammenhalt und Selbsthilfe der Schlüssel sein. Wo der Gehsteig zu schmal für einen Unterstand ist, könnte beispielsweise an Privathäusern ein Glasdach angebracht oder eine Bank verankert werden. Die Mitmacherinnen und Mitmacher des Aktionstags waren sich einig, dass dies eine zwar ungewöhnliche aber sehr vielversprechende Möglichkeit darstellen könnte, damit in Zukunft niemand mehr im Regen stehen muss.

Die Ergebnisse und Ideen aus dem Aktionstag werden nun von DoNaPart aufbereitet, an die DSW21 und die Lokalpolitik weitergeben und auf der Website für interessierte Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung gestellt.

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